Kundenwerbung von RWE -oder wie man es besser nicht machen sollte!

Als Anwohner im Kölner Agnesveedel ist man es ja gewohnt, dass ab und an Verkäufer vor der Haustüre stehen. Das ist zwar meistens nervig, aber die Leute machen ja auch nur Ihren Job. Was mir aber gestern hier passiert ist, kann ich selbst kaum glauben.

Es klingelte an der Haustür, und vor mir standen zwei junge Männer mit schwarzen Jacken und Umhängetaschen.  Anhand des Outfits wusste ich zuerst nicht, ob es irgendwelche Prediger oder Verkäufer sind. Dann sah ich das RWE-Logo auf Ihren Jacken und wusste, das sind Verkäufer. Frei heraus, wie wir Kölner halt sind, fragte ich Sie direkt, was Sie mir denn jetzt verkaufen wollten.

Der Hauptredner erwiderte mir dann, dass Sie ja nichts zu verkaufen hätten, sondern erzählte mir, Sie hätten die „gesetzliche Verpflichtung“ unseren Stromzähler abzulesen. Zusätzlich sollte ich schon mal unsere Strom-Abrechnungen holen, da Sie diese auch gleich benötigen würden.

Dies machte mich, natürlich direkt stutzig. Wieso sollten wir, als Rhein-Energie-Kunden, verpflichtet sein, irgendwelchen „RWE- Repräsentanten“ unsere Stromrechnungen zu zeigen. Diesen Einwand teilte ich Ihnen natürlich mit, worauf hin der Ton des Hauptsprechers schon etwas ruppiger wurde: „Also wir sind ja nicht zum Spaß hier, wir haben unsere Anweisungen. Also holen Sie jetzt Ihre Unterlagen“!

An diesem Punkt wurde mir sofort klar, dass an dieser Geschichte etwas faul ist. Ich teilte den beiden daher mit, dass ich weder meine Unterlagen holen werde noch dieses Gespräch weiterführen möchte. Aufgrund der Tatsache, das bei uns im Haus auch diverse ältere Menschen leben, und diese die Unseriosität derartiger Angebote nicht immer erkennen, verwies ich sie unseres Hauses. Dann ging es richtig los. „Sie werden schon sehen was sie davon haben“ pöbelte einer mich an.

Durch dieses Verhalten wusste ich, dass es richtig ist, diese Personen des Hauses zu verweisen. Aber sie dachten gar nicht daran meiner Anweisung Folge zu leisten, sondern beschimpften mich. Ich teilte Ihnen daher mit, dass ich, falls Sie unser Haus jetzt nicht verlassen, die Polizei rufen würde. Dann wurde der Hauptredner, richtig frech und laut, teilte mir mit, dass ja gar kein Problem für Sie wäre, da Sie ja das Gesetz auf Ihrer Seite hätten! Also habe ich mein Telefon gezückt und die Polizei angerufen. Während des Telefonats brüllte der Hauptredner so im Hausflur rum, dass ich den Polizisten auf Lautsprecher stellen musste. Als ihm klar wurde, dass ich nicht bluffe, nahm er sich nicht zurück, sondern er legte sich auch noch mit dem Polizisten an. Dieser schickte dann unverzüglich einen Wagen vorbei. Er pöbelte und beschimpfte mich dann weiter und sagte, Sie würden jetzt vor der Tür auf die Polizei warten. Nach circa einer Minute bin ich dann auch rausgegangen, und welch Wunder, die beiden waren verschwunden.

Nachdem sich meine Wut über diesen Vorfall wieder etwas gelegt hatte, recherchierte ich kurz mal, ob auch andere derartige Erlebnisse hatten. Hierbei bin ich auf diesen Artikel in der Rheinischen Post gestoßen. Es scheint also doch ein größeres Problem, und nicht nur ein schlechter Tag eines Mitarbeiters, zu sein. Da dieser Vorfall ansonsten untergegangen wäre, habe ich mich entschieden, diesen Eintrag hier zu schreiben. Vielleicht erreicht er ja den Richtigen, damit sich niemand mehr zuhause, so etwas bieten lassen muss.

Mir stellt sich daher auch folgende Frage: Ist es für einen Konzern wie RWE wirklich nötig, auf derartig unseriöse Art und Weise Kunden zu werben?

Ich glaube nicht, dass in der Marketing-Abteilung von RWE Leute sitzen, die solch ein Verhalten von Ihren Angestellten, tolerieren. Aber irgendjemand muss die beiden ja mit Ihrer Tätigkeit beauftragt haben. Werden diese Mitarbeiter nicht geschult? Und wenn doch, wie kommen die dann dazu, abmahnfähige täuschende Aussagen zu treffen.

Falls dies hier jemand zu liest, der mir Antworten auf diese Fragen liefern kann, würde ich mich freuen, diese zu hören.

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